Glossar

Dual-Scan (Single-Pass-Duplex)

Scan-Technologie, die Vorder- und Rückseite eines Blatts in einem Durchgang gleichzeitig erfasst — etwa doppelt so schnell wie klassisches Wenden.

Illustration zum Begriff Dual-Scan (Single-Pass-Duplex)

Dual-Scan, auch Single-Pass-Duplex genannt, bezeichnet eine Scanner-Technologie, bei der beide Blattseiten in einem einzigen Durchgang gleichzeitig digitalisiert werden. Das Gerät besitzt dafür zwei separate Scan-Sensoren — einen für die Vorder-, einen für die Rückseite.

Im Vergleich zum klassischen Duplex-Scannen (Blatt wird gescannt, gewendet, erneut eingezogen) ist Dual-Scan annähernd doppelt so schnell und mechanisch schonender — weniger Papierstaus, geringerer Verschleiß der Wendeeinheit. Die effektive Scan-Geschwindigkeit nähert sich der reinen Simplex-Geschwindigkeit an.

Bei hohem Scan-Aufkommen — etwa in der Buchhaltung, im Posteingang oder bei der Archivierung — macht Dual-Scan den Unterschied: Was vorher 200 Seiten pro Minute brauchte, läuft mit Dual-Scan in der Hälfte der Zeit. Für papierintensive Workflows ist die Investition klar wirtschaftlich.

Praxis & Kontext

Technisch arbeiten Dual-Scan-ADFs mit zwei CIS-Sensoren (Contact Image Sensor) oder einem CIS plus einem CCD — eine Variante, bei der die Vorderseite über einen Glasstreifen, die Rückseite über einen direkt gegenüberliegenden Sensor abgegriffen wird. Hersteller geben die Geschwindigkeit oft als „bis zu 200 ipm" (images per minute) an: Das bedeutet 100 physische Blatt × 2 Seiten = 200 Bilder pro Minute. Wer auf das Marketing-Detail nicht achtet, vergleicht Äpfel mit Birnen.

In der Buchhaltung wird mit Dual-Scan die Aktenarchivierung wirklich praktikabel: Ein 200-seitiger Mandantenordner ist in unter zwei Minuten gescannt — vorher waren es 6–8 Minuten mit klassischem Wende-Scan. Bei OCR-Verarbeitung und revisionssicherer Ablage (GoBD) entstehen so realistische digitale Workflows statt Papier-Stapel-Frust.

Häufige Stolpersteine

Vorsicht bei dünnem Papier (≤ 60 g/m²) und zerknittertem Material — Dual-Scan-Module sind enger getaktet und reagieren empfindlicher auf Papierstau. Außerdem: nicht jeder Drucker mit „Duplex-Scan" ist Dual-Scan — manche bewerben den klassischen Wende-Scan unter dem gleichen Namen. Auf Hersteller-Datenblatt „Single-Pass" oder explizit „Dual-Scan" achten.

Häufige Fragen zu Dual-Scan (Single-Pass-Duplex)

Die wichtigsten Antworten auf einen Blick.

Was kostet ein Multifunktionsgerät mit Dual-Scan?
Geräte mit Dual-Scan-ADF starten bei etwa 2.500–4.000 € (mittlere Klasse, 30–50 ipm), Produktionssysteme mit 200+ ipm liegen bei 8.000–15.000 €. Per Leasing meist 60–250 €/Monat inklusive Wartung. Der Aufpreis gegenüber Wende-Scan liegt bei etwa 300–700 €.
Lohnt sich Dual-Scan auch für kleine Büros?
Ab regelmäßig 500 beidseitig zu scannenden Seiten pro Monat ja — vor allem wegen der zuverlässigeren Mechanik. Bei sporadischem Scan-Bedarf reicht ein günstigerer Wende-Scanner. Faustregel: wer Buchhaltung, Rechnungseingang oder Postdigitalisierung intern macht, profitiert immer.
Wie unterscheidet sich Dual-Scan von Duplex-Druck?
Dual-Scan ist eine Scanner-Funktion (beide Seiten lesen). Duplex-Druck ist eine Druckwerk-Funktion (beide Seiten bedrucken). Ein Gerät kann nur Duplex-Drucken, nur Dual-Scannen, beides oder keins — das hängt vom Modell ab. Auf dem Datenblatt steht es getrennt.

Wie hängt „Dual-Scan (Single-Pass-Duplex)" mit unseren Leistungen zusammen?

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